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Stadtentwicklung

Vorbemerkungen
 
Die Ratsversammlung der Stadt Schenefeld hat mit der Fortschreibung der Ziele und Grundsätze am 21.Juni 2004 insgesamt 30 Ziele formuliert. Ziel Nr. 23 ist die „Erstellung eines Stadtentwicklungskonzepts durch die städtischen Gremien“. Als Zeithorizont ist A-C (kurz- bis langfristig) angegeben.
 
Weitere Ziele stehen in direktem Zusammenhang mit dem Themenkomplex „Stadtentwicklung“.

  • Nr. 1  Durchsetzung Schenefelds als Stadtrandkern 1. Ordnung

  • Nr. 3  Stärkung Schenefelds als Gewerbe- und Technologiestandort

  • Nr. 5  Überarbeitung des Flächennutzungsplans und des
             Landschaftsplans

  • Nr. 6  Schaffung eines Biotopverbunds der vorhandenen Grün- und
             Freiflächen

  • Nr. 8  Weitere Entwicklung und Stärkung des Stadtkerns als
             Einzelhandels- und Dienstleistungszentrum unter gleichzeitiger
             Sicherstellung der Nahversorgung in den Ortsteilen

  • Nr. 10 Erarbeitung eines Verkehrskonzepts

  • Nr. 24 Städtebauliche Integration der LSE

  • Nr. 25 Stabilisierung des Bevölkerungsbestandes bzw. Anstreben eines
             positiven Wanderungsgewinns


Die Verfolgung einiger dieser Ziele setzt das Vorhandensein eines Stadtent-wicklungskonzeptes voraus. So macht es nur Sinn, den Flächennutzungsplan zu überarbeiten, wenn die Entwicklungsziele konkreter festgelegt sind.


Die Erstellung eines Stadtentwicklungskonzepts ist eine Angelegenheit, die im Rahmen eines längeren Bearbeitungsprozesses entsteht, an dem gegebenenfalls viele Akteure beteiligt sind. Es wird davon ausgegangen, dass sich nicht nur der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt sondern auch andere Ausschüsse damit befassen werden.


Die nachfolgende Zusammenstellung soll einen ersten Schritt darstellen, einen Überblick vermitteln und als Diskussionsgrundlage dienen.

  

Rahmenbedingungen


Schenefeld ist eine Kleinstadt mit ca. 18.000 Einwohnern im Süden Schleswig-Holsteins und verfügt über eine Fläche von 998 ha.


Prägendes Merkmal der Stadt Schenefeld ist die Lage in Zuordnung zur Freien und Hansestadt Hamburg. Schlägt man einen Radius von 10 km um den Bereich Jungfernstieg (City Hamburg), so berührt dieser Kreis bereits das Gebiet der Stadt Schenefeld, während Hamburger Stadtteile zum Teil fast die doppelte Entfernung zur Innenstadt aufweisen.


Im Regionalplan für den Planungsraum 1 ist Schenefeld als Stadtrandkern II. Ordnung ausgewiesen, wobei ca. 70 % des Stadtgebietes als besonderer Siedlungsraum an der Achse Halstenbek –Pinneberg – Tornesch - Elmshorn gekennzeichnet ist.  (Karte 1)

In der Entwicklung weist Schenefeld einige Besonderheiten auf: Es ist zwar Stadt, weist jedoch nicht (bzw. sehr eingeschränkt) die typischen Merkmale einer Stadt auf.


Schenefeld wollte Stadt sein, zugleich aber den dörflichen Charakter erhalten.
Schenefeld liegt nicht auf der Siedlungsachse, aber auch nicht im Achsen-zwischenraum. Schenefeld liegt im Speckgürtel der Stadt Hamburg, es gibt jedoch mehr Einpendler als Auspendler.


Es gibt eine große Nachfrage nach Baugrundstücken, obwohl die Grundstückspreise teilweise höher sind als in den angrenzenden Hamburger Stadtteilen. Schenefeld bezeichnet sich als Stadt im Grünen, das wichtigste Naherholungsgebiet (Forst Klövensteen) gehört jedoch zu Hamburg. Schenefeld ist dem Mittelzentrum Pinneberg zugeordnet, die Schenefelder orientieren sich jedoch bei der Nachfrage nach zentralen Einrichtungen eher nach Hamburg.


Mit diesen Widersprüchen – die Liste ließe sich fortführen – soll deutlich gemacht werden, dass Schenefeld wenig Gemeinsamkeiten aufweist mit sonstigen Kleinstädten außerhalb des Verdichtungsraumes oder des Ordnungsraums.

 

Ziel:

Schenefeld soll im Regionalplan als Stadtrandkern 1. Ordnung eingestuft werden.

 

Zur Einwohnerentwicklung

Verlässliche Zahlen zur Einwohnerentwicklung liegen seit dem Jahr 1900 vor. Damals hatte Schenefeld 909 Einwohner. In den vergangenen 100 Jahren seit Beginn der Einwohnerstatistik hat sich die Einwohnerzahl verzwanzigfacht (von 909 auf ca. 18.000).


Die Zahl der Einwohner ist regelmäßig angestiegen mit Ausnahme des Jahres 1987, dem Jahr der letzten großen Volkszählung. Der Einwohnerverlust von 6,51 % zwischen 1985 und 1987 hat nicht tatsächlich stattgefunden, sondern es handelt sich um Korrekturen aufgrund der Erhebung.


Der Einwohnerzuwachs ergab sich durch Wanderungsgewinne bereits im 1. Viertel des vergangenen Jahrhunderts (Entstehung des Ortsteiles Schenefeld-Siedlung). Aber auch in der Folgezeit bis Anfang der 70-er Jahre hat regelmäßig eine starke Zunahme der Einwohnerzahlen stattgefunden (mehr als 5 % pro Jahr). Erst danach flacht der Anstieg der Einwohnerzahl deutlich ab. Die Zunahme liegt bis zum Jahr 1995 bei unter 1 % jährlich.


Aufgrund der regen Bautätigkeit Anfang bis Mitte der 90-er Jahre gab es bei der Entwicklung der Einwohnerzahl ab 1995 wieder Steigerungsraten von bis zu 3,5 %.
Seit 2001 ist nicht zuletzt aufgrund restriktiver Baulandpolitik eine Abschwächung der Bevölkerungszunahme auf einen Wert von ca. 0,3 % zu verzeichnen.


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Prognosen zur Einwohnerentwicklung:


Bei der Betrachtung der zukünftigen Entwicklung ist weniger die absolute Zahl der Einwohner interessant als die Veränderung der Altersstruktur dieser Einwohner. Der demografische Wandel wurde bereits Ende der 60-iger, Anfang der 70-iger Jahre eingeleitet, als die Geburtenzahl von 411 im Jahr 1967 innerhalb weniger Jahre auf 169 im Jahr 1975 gesunken ist (Pillenknick). Die Zahl der Geburten betrug im 

Durchschnitt der letzten Jahre 152 und ist damit in etwa gleichauf mit der Sterbezahl von ca. 150.


Die Geburtenziffer liegt seit ca. 20 Jahren bei 1,4 Kindern pro Frau und damit deutlich unterhalb des Bestandserhaltungsniveaus von mindestens 2,1 Kindern pro Frau.


Für das Gebiet des Kreises Pinneberg ist festzustellen, dass die Bevölkerung bis zum Jahr 2015 konstant bleiben wird, während im gleichen Zeitraum die Altersgruppe der über 60-jährigen um 25 % zunehmen wird (Quelle: Zukunftsfähiges Schleswig-Holstein, Konsequenzen des demografischen Wandels Juli 2004).

                                                Alterspyramide der Stadt Schenefeld 2004

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Bei der Betrachtung der Alterspyramiden wird deutlich, dass man eigentlich nicht mehr von „Pyramiden“ sprechen kann. Nur der obere Teil der Graphik hat noch die Pyramidenform.

 

 

Die Graphik von Schenefeld unterscheidet sich kaum von der Gesamtdeutschlands.
Bei der Darstellung für das Jahr 2050 wird die Zunahme der über 8o-jährigen besonders deutlich. Bezüglich der Form dieser Graphik wurde schon von „Urnenform“ gesprochen.

Aus einer Studie „Deutschland 2020 – Geo-Sonderbeilage“ ergibt sich für den Bereich des Kreises Pinneberg ein Potential aufgrund von Zuwanderungen bzw. Wanderungsgewinnen.


Aufgrund der unmittelbaren Nachbarschaft und damit der räumlichen Nähe zu Hamburg könnte Schenefeld davon besonders „profitieren“, wenn die Voraussetzungen dafür geschaffen würden. Da vor allem die 20 – 40-jährgen mobil sind, verjüngen Wanderungsgewinne die Bevölkerung, während bei Wanderungsverlusten eher die Älteren zurückbleiben.
Derselben Studie ist zu entnehmen, dass das Potential der Wanderungsgewinne jedoch kaum größer ist als der Einwohnerverlust aufgrund des Sterbeüberschusses. Der Kreis Pinneberg wird sich nach dieser Studie bis zum Jahr 2020 bezüglich der Einwohnerentwicklung relativ gut behaupten und entspricht dem Landesdurchschnitt (Einwohnerverlust: 0 bis 5 % bis 2020).

Das Potenzial der Stadt Schenefeld ist deutlich höher einzuschätzen als die Durchschnittsprognose des Kreises, da große Teile des Kreisgebiets außerhalb der Achsen und der besonderen Wirtschaftsräume liegen, und deshalb eine eher unterdurchschnittliche Entwicklung verzeichnen werden.


Die Zahlen für Schenefeld können sehr unterschiedlich ausfallen, da Wanderungsgewinne sehr stark von der Baulandausweisung / Baulandbereitstellung abhängig sind. Ohne entsprechende Aktivitäten wird die Einwohnerzahl zunächst noch geringfügig steigen (bis 2010) und danach langsam abnehmen.

 

Ziel:


Die Einwohnerzahl soll bis 2015 im Rahmen der durchschnittlichen Wachstumsquote der letzten Jahre von ca. o,3 % pro Jahr auf ca. 18.500 zunehmen. Langfristig soll die Einwohnerzahl nicht unter 18.000 (bis ca. 2020) bzw. 17.000 (bis 2050) absinken.

Siedlungsentwicklung

 

Schenefeld verfügt über eine Gesamtfläche von 998 ha. Wohn- und Mischgebiete nehmen den größten Teil der Siedlungsfläche ein. Die damit beanspruchte Bruttofläche beträgt 348 ha. Die zweitgrößte Nutzungsart des bebauten Stadtgebietes sind die Gewerbeflächen, die zusammen 54 ha beanspruchen.
An dritter Stelle sind die Gemeinbedarfsflächen mit  zentraler Funktion  zu nennen  (Schul-, Sport und Freizeitzentrum mit insgesamt 9 ha und das Kerngebiet von 5 ha). Kleinere Gemeinbedarfsflächen wie Grundschulen und Kindergärten, die als Bestandteile der Wohngebiete zu betrachten sind, sind dort erfasst worden.

 

Wohn- und Mischgebiete 

348 ha

34,8%

Gewerbegebiete 

  54 ha 

  5,4%

Gemeinbedarfsflächen

   9 ha 

  0,9%

Kerngebiet  

   5 ha 

  0,5%

 

Somit ist festzustellen, dass 416 ha des Stadtgebietes und damit ca. 42 %  bebaut sind.

 

 

 

 

 

 

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass 58 % der Fläche des Stadtgebietes Freiflächen sind, die nur untergeordnet bebaut sind.


Den größten Anteil der Bebauung der Freiflächen machen die öffentlichen Verkehrsflächen aus, während an zweiter Stelle Splittersiedlungen sowie landwirtschaftlich genutzte Anlagen eine Flächeninanspruchnahme darstellen. Ein bestimmter Anteil der Freiflächen ist bereits überplant, so dass eine entsprechende Flächeninanspruchnahme kurzfristig erfolgen kann.

 

Schenefeld verfügt z.Z. nicht wie viele andere Städte und Gemeinden über Konversionsflächen (z.B. aufgegebene Bundeswehrstandorte), die sich üblicherweise andernorts für eine weitere Siedlungsentwicklung un-mittelbar anbieten.
Insofern wären in der Regel landwirtschaftlich genutzte Flächen für Sied-lungserweiterungen in Anspruch zu nehmen. 


Nutzungsarten der Freiflächen:

                   

 

                               

 

 

      

      

Betrachtet man die Siedlungsfläche (ohne Gewerbegebiete), ist festzustellen, dass sich auf 348 ha (Bruttobaugebiete) ca. 9.000 Wohneinheiten befinden, in denen ca. 18.000 Einwohner leben. Die durchschnittliche Einwohnerzahl je ha Bruttobauland beträgt somit 52. Es handelt sich dabei natürlich um einen Durchschnittswert, der wenig über die tatsächliche Bebauungsdichte einzelner Bereiche aussagt. Trotzdem ist festzustellen, dass 52 Einwohner je ha keine besonders hohe Dichte darstellen. Es ist ein typischer Wert für Städte im Verdichtungsraum Hamburg. Die Stadt Norderstedt hatte im Flächennutzungsplan für Neubaugebiete einen Wert von 83 EW/ha angestrebt, tatsächlich aber nur einen Wert von 54 Einwohnern je ha erreicht.

Statistisch leben in Schenefeld in jeder Wohneinheit zwei Einwohner. Dies war nicht immer so. Die Belegungsdichte ist in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gesunken.
Zum Zeitpunkt der Erstellung des Flächennutzungsplanes (Ende der 70-iger Jahre) wurde die notwendige Zahl der Wohneinheiten zur Erreichung des Einwohnerrichtwerts 19.000 für das Jahr 1985 mit 6.800 angegeben (Wohnungsbelegungsziffer 2,8 Einwohner pro Wohneinheit). Ginge man noch heute von dieser Belegungsziffer aus, müssten in Schenefeld 25.200 Einwohner leben. Die Ende der 70-iger Jahre angenommene Belegungsziffer für das Jahr 1985 von 2,8 erwies sich als falsch und betrug tatsächlich 2,3 Einwohner pro Wohneinheit.

In den Jahren von 1970 bis 1990 wurden in Schenefeld insgesamt ca. 2000 Wohneinheiten neu errichtet, ohne dass dies zu einem Anstieg der Einwohnerzahl führte. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass sich ohne diese Bautätigkeit  ein Einwohnerverlust auf weniger als 12.000 ergeben hätte.

Aus heutiger Sicht ist davon auszugehen, dass die Wohnungsbelegungsziffer bis zum Jahr 2015 weiter bis auf 1,8 absinken wird, was bedeutet, dass bei gleichbleibender Anzahl an Wohneinheiten in Schenefeld  nur noch Wohnraum für 16.200 Einwohner bestehen wird. (Abnahme der Einwohnerzahl durch Wanderungsverluste sowie aufgrund des demographischen Wandels).

Um bei gleichbleibender Einwohnerzahl dem wachsenden Bedürfnis an Wohnfläche bei abnehmender Haushaltsgröße gerecht zu werden, müssten bis zum Jahr 2015 ca. 1.000 Wohnungen neu errichtet werden.

Soll zusätzlich die Einwohnerzahl wachsen – z. B. auf den Einwohnerrichtwert des Flächennutzungsplanes (19.000 Einwohner) wären weitere 556 Wohneinheiten erforderlich.

Zur Deckung des Gesamtbedarfes von 1.556 Wohneinheiten (1.000 + 556) ergäbe sich  - bei Zugrundelegung der durchschnittlichen Wohndichte (siehe oben 26 Wohneinheiten pro ha) - ein Gesamtflächenbedarf von 60 ha inkl. Verkehrsflächen, Gemeinbedarfsflächen, Grünflächen usw.).

Unterstellt man - losgelöst vom Einwohnerrichtwert des Flächennutzungsplanes - eine vorstellbare Einwohnerentwicklung von
+ 1 % pro Jahr (durch Zuwanderung), so ergäbe sich für das Jahr 2015 eine Einwohnerzahl von knapp unter 20.000.

Aufgrund der bisherigen Siedlungsentwicklung stellt sich die Frage, wie viele Einwohner könnten in Schenefeld bei weitgehender Beibehaltung der vorhandenen Dichte und unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen zukünftig im Bereich der gültigen Bauleitplanung untergebracht werden.

 

 (Karte 2)

 

Behutsame Nachverdichtung insbesondere im Bereich der Siedlung: ca. 150 Wohneinheiten

Realisierung bereits rechtskräftiger Bebauungspläne: ca. 430 Wohneinheiten

Bebauungsplan Nr. 65:      60   Wohneinheiten
Bebauungsplan Nr. 48:    230   Wohneinheiten
Bebauungsplan Nr. 36 A:   40   Wohneinheiten
Bebauungsplan Nr. 37:      10   Wohneinheiten
Bebauungsplan Nr. 41:      30   Wohneinheiten
Bebauungsplan Nr. 52:      20   Wohneinheiten
Bebauungsplan Nr. 27:      20   Wohneinheiten
Bebauungsplan Nr. 28:      20   Wohneinheiten

 

Verfügbarmachung von bereits bebauten Flächen durch Nutzungsänderung: ca. 40 Wohneinheiten


Verlagerung des Bauhofes von der Lindenallee in das Gewerbegebiet und damit Bereitstellung von Bauland am bisherigen Standort für 40 Wohneinheiten

Verbindliche Überplanung von Flächen, die im wirksamen Flächennutzungsplan bereits als Bauflächen dargestellt sind: ca. 250 Wohneinheiten


Altonaer Chaussee Südseite Flaßbarg (beidseits) ca. 120 Wohneinheiten

 

Kurz- bis mittelfristig könnten somit 870 zusätzliche Wohneinheiten in Schenefeld realisiert werden.

Da mit Sicherheit nicht dieses gesamte Potential ausgeschöpft wird jedoch mindestens die Einwohnerzahl gehalten werden sollte, müsste mittelfristig weiteres Bauland bereitgestellt werden.

Da Schenefeld den Status einer familienfreundlichen Stadt verfolgt, sollen dabei die Wohnbedürfnisse junger Familien und kostengünstiges Wohnen besonders gewürdigt werden.

Für ca. 750 Wohneinheiten müsste bei durchschnittlicher Bebauungsdichte eine Fläche von ca. 29 ha brutto überplant werden, das entspricht ca. 3 % der Fläche des Stadtgebiets.
Bei gegenwärtig  420 ha Gesamtsiedlungsfläche wäre das eine Zunahme von ca. 7 %.

Im Durchschnitt wuchsen in der Zeit von 1997 bis 2001 in Schleswig Holstein die Siedlungsflächen jährlich um 3,6 % (auf Bundesebene um 4,5 %).

Auf Bundes- und Landesebene gibt es z. Z. eine intensive Diskussion, den täglichen Flächenverbrauch in der Bundesrepublik von gegenwärtig 105 ha deutlich zu reduzieren, nämlich auf 30 ha pro Tag im Jahr 2020.

Die oben angegebenen 7 % Siedlungsflächenzunahme bis 2015 entsprächen einer Jahreszunahme von 0,7 %, wobei jedoch anzumerken ist, dass sich weiterer Flächenverbrauch z.B. durch Gewerbe und Verkehr ergeben wird.

Eine Reduzierung des Flächenbedarfs kann u. a. dadurch erreicht werden, dass in Zentrumsnähe verdichteter Wohnungsbau ermöglicht wird. Siehe dazu auch das Konzept zur Stadtkernentwicklung. Danach könnten ca. 200 WE in zentraler Lage errichtet werden.

Ziel:

Bis 2015 ist Bauland für 500 bis 750 Wohneinheiten auszuweisen und zu erschließen. Dabei sind die Wohnbedürfnisse junger Familien und Aspekte des kostengünstigen Wohnens zu berücksichtigen.
Zur Schonung der Ressource Boden ist flächensparend zu planen. Die beanspruchte Fläche darf nicht mehr als 30 ha betragen.

 

 

Gewerbeflächenentwicklung

 

Neben kleineren nicht störenden Gewerbebetrieben innerhalb der allgemeinen Wohngebiete und der Mischgebiete gibt es in Schenefeld verschiedene Gewerbegebiete unterschiedlichster Größe. Das bedeutendste Gewerbegebiet befindet sich im Süden des Stadtgebietes beidseits des Osterbrookswegs sowie der Erschließungsstraßen Hasselbinnen und Dannenkamp. Dieses Gebiet weist eine Gesamtgröße von 51, 5 ha auf, wobei 5,5 ha noch unbebaut sind. Bei den übrigen Gewerbestandorten handelt es sich um solche, die vor Jahrzehnten ungeplant entstanden sind und nach und nach an Stellenwert verloren haben. Teilweise wurden diese Gewerbestandorte durch andere Nutzungen auch verdrängt:

 

(Karte 3)

 

1. Friedrich-Ebert-Allee Nordseite
    Von den ursprünglich ca. 5,2 ha sind ca. 1,5 ha übrig geblieben.

2. Achter de Weiden
    Ursprünglich 2,1 ha, jetzt noch 1,5 ha.

3. Kiebitzweg
    Ursprünglich 8,3 ha, jetzt noch 5,3 ha

4. Industriestraße
    Ursprünglich 6,4 ha, jetzt noch 1,8 ha

5. Altonaer Chaussee
    Ein Rest von 0,4 ha, der auch im Mischgebiet zulässig wäre.

 

 

Durch die Reduzierung der kleinen Gewerbeflächen wird die Erweiterung im Bereich Osterbrooksweg/Dannenkamp, die in den 90-iger Jahren stattgefunden hat, ausgeglichen. Somit ist festzustellen, dass die Gewerbeflächen mit insgesamt 56,5 ha + 5,5 ha freie Flächen quantitativ dem Bestand von 1980 entsprechen.

Interessant ist die Feststellung, dass die Zahl der Erwerbstätigen am Arbeitsort kontinuierlich gestiegen ist, von 4.750 im Jahre 1970 auf 6.389, im Jahre 1998 und 7.187 im Jahre 2002. Während 1970 die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort noch um 2.279 höher lag als die Zahl der Erwerbstätigen am Arbeitsort, hat sich dieses Verhältnis umgekehrt. Gab es 1970 demnach deutlich mehr Auspendler als Einpendler, überwiegen im Jahr 2002 die Einpendler um 620 die Zahlt der Auspendler.

Aus diesen Zahlen ergibt sich, dass offensichtlich Arbeitsplätze geschaffen werden können, ohne dass großflächig Gewerbegebiete ausgewiesen werden müssen. Im Übrigen kann davon ausgegangen werden, dass wahrscheinlich im Dienstleistungsgewerbe – außerhalb von Gewerbegebieten – viele Arbeitsplätze neu entstanden sind (z. B. im Stadtzentrum sowie in diversen Mischgebieten). Das anzustrebende Prinzip der Funktionsmischung von „Wohnen“ und „Arbeiten“ ist offensichtlich schon teilweise umgesetzt worden.

Obwohl zurzeit nicht erkennbar ist, dass mittelfristig weitere Gewerbeflächen benötigt werden, kann auf eine potentielle Gewerbefläche östlich des B-Plangebietes Nr. 51 in einer Größe von ca. 2 ha hingewiesen werden. Es handelt sich hierbei um eine Lücke, die bereits an 3 Seiten von Gewerbegebieten umschlossen ist. Die Beibehaltung als Fläche für die Landwirtschaft ist aufgrund der geringen Flächengröße und der isolierten Lage wenig sinnvoll. Eine andere bauliche Nutzung ist ebenso wenig sinnvoll. (siehe Karte 3)

 

Ziele:


Die z.Z. verfügbaren Gewerbeflächen lassen kurzfristig keinen Engpass entstehen. Bei Bedarf kann eine Lücke von ca. 2 ha südlich des Sandstückenwegs überplant werden. Die vorbereitende Bauleitplanung sollte bereits vorher erfolgen. (wegen einer Altlast ist diese Fläche jedoch nur eingeschränkt nutzbar)
Der Gewerbestandort an der Ostseite der Industriestraße ist bereits mit dem Bebauungsplan Nr. 35 „Stadtkern Nord“ als Mischgebiet überplant. Die tatsächliche Umwandlung zu einem Dienstleistungsstandort im Zentrum bzw. in Zentrumsnähe soll stattfinden.
Sollten sich durch das Röntgenlaserprojekt XFEL des DESY (siehe Ausführungen weiter unten) Chancen zur weiteren Entwicklung südlich des Osterbrooksweges  ergeben, sind diese zu nutzen. (Siehe dazu die Ausführungen zum Technologiepark unter Röntgenlaser XFEL.)


Einzelhandelsentwicklung


Die Stadt Schenefeld verfügt über 4 Einzelhandelsstandorte. 3 dieser Standorte dienen zur Nahversorgung von jeweils ca. 5.000 Einwohnern (kurzfristiger Bedarf), während das Stadtzentrum insbesondere auch den aperiodischen Bedarf deckt und einen Einzugsbereich versorgt, der deutlich über die Grenzen der Stadt Schenefeld hinausreicht.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt hat am 20.6.2000 Leitlinien für Bestand und Entwicklung von Einzelhandelsflächen in Schenefeld beschlossen:

  • Schwerpunkt des Einzelhandels in der Stadt Schenefeld ist der Bereich des Stadtzentrums.

  • Die Standorte „Friedrich-Ebert-Allee“ (westlicher Abschnitt) „Hauptstraße“, sowie Schenefelder Platz“ stellen Nebenzentren dar, die die wohnortnahe Versorgung der Einwohner sicherstellen.

  • Neue Einzelhandelsstandorte sollen innerhalb des Stadtgebiets nicht mehr entwickelt werden.

  • Gartencenter, Baumärkte/Baustoffhandel und KFZ-Handel nehmen aufgrund besonderer Strukturmerkmale Sonderstellungen ein und befinden sich an anderen Standorten, was auch zukünftig im Einzelfall noch entwicklungsfähig ist.

  • Die Einschränkungen der Einzelhandelsnutzungen in zahlreichen Bebauungsplänen werden bestätigt und sollen nicht aufgehoben werden.

  • Neue Vorhaben, die planungsrechtlich zulässig wären, sind grundsätzlich unmittelbar nach bekannt werden daraufhin zu prüfen, ob sie nachteilige städtebauliche Auswirkungen mit sich bringen, und ob gegebenenfalls gegengesteuert werden kann.

 

Es gibt weiterhin keine Veranlassung, von diesen Leitlinien abzuweichen.

 

Ziele:


Für die wohnortnahe Versorgung sind die 3 Einzelhandelsstandorte „Hauptstraße“, „Friedrich-Ebert-Allee“ und „Schenefelder Platz“ zu erhalten.
Das Stadtzentrum Schenefeld ist durch geeignete Maßnahmen zu stärken und weiter zu entwickeln.

 

Stadtkernentwicklung


Ziele der Landesplanung bezüglich der Stadtkernentwicklung:

„...Im Vordergrund der weiteren städtebaulichen Entwicklung soll der Ausbau des Stadtmittelpunktes zu einem leistungsfähigen, das heißt, den Bedürfnissen der Stadt angepassten Dienstleistungs- und Versorgungszentrum mit verdichtetem Geschosswohnungsbau stehen....“

 

Bereits vor 50 Jahren (Aufbauplan der Gemeinde Schenefeld von 1955) gab es konkrete Vorstellungen zur Entwicklung eines neuen Zentrums an der Nahtstelle zwischen den Ortsteilen Schenefeld Dorf und Siedlung.

 

Im 1. Flächennutzungsplan von 1965 war ein auffällig großes Areal an ähnlicher Stelle als Kerngebiet dargestellt. Dieser Zentrumsbereich sollte auch an die Schnellbahn durch Einrichtung einer Enthaltestelle angebunden werden.

Erste Elemente eines Zentrums entstanden in den 60-er Jahren (Verwaltung und Dienstleistungen). In den 70-er Jahren wurde die Landesstraße L 103  4-spurig durch das sich in den Anfängen befindliche zukünftige Stadtzentrum gebaut.

Planungen (F-Plan 1978 und Bebauungsplan Nr. 35) wurden erstellt, um durch Ausweisung von Kerngebieten auf beiden Seiten der Landesstraße ein Bindeglied zwischen den Ortsteilen herzustellen.

 

Mit dem Bebauungsplan Nr. 35 „Stadtkern Nord“ wurden unter anderem Kerngebiete für die Errichtung von insgesamt 19.500 qm Verkaufsfläche festgesetzt. Die Errichtung des Stadtzentrums Schenefeld – Baugenehmigung Sept. 1989 - mit einer Geschossfläche von insgesamt 47.108 qm und einer Verkaufsfläche von 18.129 qm fand in der Zeit bis Okt. 1991 statt.

  

Das Stadtzentrum hat sich zwar zu einem festen Bestandteil des Schenefelder Stadtbildes entwickelt, hat jedoch andererseits keine weitere Dynamik in den unmittelbar angrenzenden Bereichen in Gang gesetzt. Der Bereich an der Westseite des Kiebitzweges ist nach wie vor überwiegend Freifläche und der Bereich an der Ostseite der Industriestraße stellt sich ebenfalls unverändert als Gewerbestandort mit geringer Stadtbildqualität dar. Nördlich des Parkdeckes dominiert weiterhin großvolumige gewerbliche Bebauung das Straßenbild. Wenn hier keine wesentlichen Veränderungen eingetreten sind, liegt das jedoch insbesondere daran, dass der Bebauungsplan aufgrund vorgegebener Zwänge (siehe Raumordnung) auf den benachbarten Flächen nur eingeschränkte Entwicklungen zu Gunsten eines Stadtzentrums zulässt. Insbesondere im Bereich der Industriestraße kommt erschwerend hinzu, dass neue Nutzungen so lukrativ sein müssten, dass sie Verlagerungen vorhandener Betriebe und Abriss der vorhandenen Bausubstanz rentierlich machen.

 

Für den Bereich Stadtkern Süd wurde ein Konzept entwickelt, wonach hier im Rahmen eines Kerngebiets Geschossflächen von insgesamt 15.100 qm und in einem Mischgebiet von 4.000 qm entstehen können. Die Landesplanungsbehörde hat bereits erklärt, dass dieser Entwurf den Zielen der Landesplanungsbehörde entspricht. Anmerkung: der Entwurf lässt Einzelhandelsbetriebe mit Verkaufsflächen von mindestens 2.000 qm zu.

  

Ein von der Stadt im Jahr 2002 in Auftrag gegebenes Einzelhandelsgutachten kommt zu dem Ergebnis, dass für den Bereich Stadtkern Süd zwar eine städtebauliche Neugestaltung zu begrüßen wäre, allerdings aufgrund der starken Durchmischung mit Wohnnutzungen nur ein geringes Maß an Zentrumsqualität entfaltet. Für Einzelhandelsentwicklungen wird kaum eine absatzwirtschaftlich tragfähige Marktpositionierung erwartet.


Im übrigen wird festgestellt, dass trotz räumlicher Nähe keine natürliche Verknüpfung von Stadtzentrum und Stadtkern Süd besteht. Vielmehr stellt die stark befahrene und großzügig ausgebaute L 103 eine deutlich hervortretende Zäsur und Trennlinie im Zentrumsgefüge dar. Dies ist eine städtebaulich nicht entscheidend behebbare Ausgangssituation, die Austauschprozesse nachhaltig verhindert.

 

Da Innerhalb von mehr als 10 Jahren nach Fertigstellung des Stadtzentrums keine entscheidenden Impulse für den Bereich Stadtkern Süd festzustellen waren – auch ein städtebaulicher Ideenwettbewerb führte diesbezüglich nicht weiter – wurde ein neuer Ansatz gesucht und gefunden.

(Karte 4)

 

Diese Idee kann wie folgt skizziert werden:

 

  • Bündelung aller kerngebietstypischen Nutzungen und Einrichtungen im Bereich Stadtkern Nord.

  • Dadurch ergibt sich eine positive gegenseitige Beeinflussung und Belebung mit langfristiger Perspektive

  • Rückbau der Verkehrsanlagen / des Verkehrsknotens LSE – Kiebitzweg –  Hauptstraße. Die vorhandenen Verkehrsanlagen stehen in krassem Widerspruch zum Standort. Eine große Kreisverkehrsanlage (Durchmesser ca. 60 m)  könnte die gegenwärtige und zukünftige Verkehrsmenge problemlos bewältigen. Dadurch:

 

  • Gewinnung von  zusätzlichen Flächen in Zentrumslage. (ca. 25.000 qm).

  • Verlagerung der Funktion des Schenefelder Platzes als Umsteigehaltestelle in den Bereich des Stadtzentrums.

  • Anstelle von Umbau und Erweiterung des Rathauses sowie Neubau vonBücherei, Volkshochschule, Sozialstation, Stadtarchiv und Begegnungsstätte im Bereich Stadtkern Süd Neubau im Bereich Stadtkern Nord (ein entsprechendes Vorhaben  könnte auch von einem Investor errichtet und von der Stadt langfristig angemietet werden). Diese Maßnahme wäre keine zwingende Voraussetzung für das Gelingen des Konzeptes. Eine vergleichende Betrachtung könnte jedoch überzeugende Vorteile aufzeigen.

  • Verkauf aller städtischen Grundstücke südlich der L 103 (ca. 9500 qm)

  • Verdichteter Wohnungsbau im Bereich Stadtkern Süd (ca. 140 Wohn -  einheiten).

  • Errichtung eines SB – Warenhauses in Angliederung an das Stadt-zentrum (Nordseite).

  • Neuanlage eines Marktplatzes zwischen Stadtzentrum und Rathausneubau.

  • Anlage eines Stadtparks auf den Freiflächen Achter de Weiden.

  • Verlagerung der Betriebe an der Ostseite der Industriestraße und Ansiedlung eines „Gesundheits- und Wellnesszentrums“, einer Anlage für betreutes  Wohnen, sowie einem ergänzendem Dienstleistungsgebäude.


Die beiden zentralen Elemente dieses Konzepts, die nicht ohne das Mitwirken der Landesregierung realisierbar sind, sind die Verkehrslösung „großer Kreisverkehr“ und die Erweiterung des Stadtzentrums (SB-Warenhaus).

Für beide Elemente gibt es bereits weitergehende Untersuchungen bzw. Vorentwürfe:

 

Erweiterung des Stadtzentrums:

 

Ein intensiv bebautes und gewerblich genutztes Grundstück nördlich an das bisherige Stadtzentrum angrenzend soll geräumt werden, um dort eine  Erweiterung des Stadtzentrums zu realisieren.

 

Die Mall des vorhandenen Zentrums soll um ca. 50 m verlängert werden, um als Bindeglied zwischen Bestand und Neubau zu dienen.


Der Neubau soll aus 4 Ebenen bestehen:


Untergeschoss – Parken und Getränkemarkt
Erdgeschoss – SB-Warenhaus mit ca. 5.200 qm Verkaufsfläche
1. Obergeschoss – Elektronik Fachmarkt mit ca. 5.300 qm Verkaufsfläche
2. Obergeschoss – Parken

 

die geplante Geschossfläche beträgt 16.720 qm
es sind ca. 480 neue Stellplätze geplant


Großer Kreisverkehr: (siehe auch Verkehrskonzept)

 

  • Die Kreuzung der L 103 (LSE) mit dem Straßenzug Hauptstraße Kiebitzweg liegt außerhalb der Ortsdurchfahrt, obwohl sie im Stadtmittelpunkt liegt.

  • Es handelt sich zur Zeit um eine planfreie Kreuzung mit großzügigen Auffahrtsrampen, wie sie bei Autobahnen üblich sind.

  • Der gegenwärtige Ausbau ist unangemessen und behindert die weitere Stadt (zentrums)entwicklung erheblich.

  • Der Flächenverbrauch dieser Kreuzung ist mit ca. 40.000 qm sehr groß – und das im Stadtkernbereich.

  • Durch die Hochlage von Hauptstraße/Kiebitzweg ergeben sich erhebl  iche Immissionsprobleme in angrenzenden Gebieten.

  • Die Trennwirkung der Landesstraße ist besonders groß, da die „freie Strecke“ bereits vor dem Kreuzungsbauwerk beginnt, und mit hohen Geschwindigkeiten auf der 4-spurigen Straße gefahren wird.

  • Ein Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 45m - 60m und zwei Kreisfahrbahnen wäre geeignet, diesen Abschnitt der Landesstraße städtebaulich in den  Zentrumsbereich der Stadt Schenefeld zu integrieren.

  • Die Ortsdurchfahrtsgrenze (Beginn der freien Strecke) könnte problemlos stadtauswärts verlegt werden.

  • Übermäßig hohe Geschwindigkeiten würden deutlich reduziert werden. Eine  bepflanzte Kreisverkehrsinsel würde den Blick auf der geradlinigen Straße   „bis zum Horizont“ verändern, indem dieser auf ein „städtebauliches Maß“ reduziert würde. Mindestens genau so hoch ist daneben der Gewinn an Lebensqualität durch Reduzierung von Lärmimmissionen zu sehen. Die Senkung der Emissionshöhe im Bereich der Überführung und der Auffahrten (teilweise freie Schallausbreitung möglich) führt ebenso zu einer Minderung der Immissionswerte wie die Vergrößerung von Abständen und die Minderung von Fahrgeschwindigkeiten.

  • Durch den viel geringeren Flächenbedarf ergibt sich die Möglichkeit über  20.000qm für andere Nutzungen in zentraler Lage verfügbar zu machen.

  • Die städtebauliche Qualität des Standortes würde erheblich verbessert werden.

  • Ein von der Stadt in Auftrag gegebenes verkehrstechnisches Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass ein entsprechend gestalteter großer Kreisverkehr geeignet ist, die gegenwärtigen und die prognostizierten Verkehrsmengen zu bewältigen.

  • Die Finanzierung eines Umbaus der Kreuzung könnte größtenteils durch  Grundstücksverkäufe gesichert werden.

  • Details wie Lösungen zum Fußgänger- und Radverkehr bedürfen noch weitergehender Untersuchungen.

  • Alternativ zu einer Kreisverkehrslösung könnten auch noch andere plangleiche Kreuzungsvarianten geprüft werden.

 

 

 

Ziel:

Das Stadtzentrum soll an seiner Nordseite erweitert werden. Ein SB-Warenhaus und ein Elektronik-Fachmarkt sollen in einem Anbau mit Verbindungstrakt untergebracht werden. Das Stellplatzangebot soll deutlich erhöht werden. Weitere kerngebietsspezifische Nutzungen sollen im Bereich des Kiebitzwegs und der Industriestraße (Stadtkern Nord) konzentriert werden.

 

 

Verkehr/Verkehrsentwicklung

 

 

Erkenntnisse über die Verkehrsentwicklung in Schenefeld liegen aufgrund unterschiedlicher Erhebungen vor.

Die systematischsten Zählungen erfolgen an den beiden Landesstraßen, die sich in Schenefeld kreuzen (L103 und L104). Insgesamt gibt es 5 Zählstellen.
Aus der Tabelle geht deutlich hervor, dass die KFZ - Verkehrsmengen zwar seit 1985 deutlich gestiegen sind, ebenso auffällig ist jedoch auch, dass seit 1995 eine Abnahme der Verkehrsmengen festzustellen ist, die an 2 Zählpunkten bereits 1990 begonnen hat.

 

 

 

624 – L 103, Mühlendamm
680 – L 103, Pinneberg/Feldweg
622 – L 103, Fußgängertunnel
623 – L 104, Waterhorn
625 – L 104, Gremsbargen

  

 

 

 

 

                                                          
Verkehrsmengen an unterschiedlichen Zählstellen an der L103 und L104


Da das Gebiet der Stadt Schenefeld sehr eng mit Hamburg verknüpft ist, kann eine vergleichbare Entwicklung auf Hamburger Straßen unterstützend für diesen Trend hinzugezogen werden (Verkehrsentwicklungsplan Hamburg 2004, Seite 2). „Zwischen 1990 und 2002 ist im Stadtstraßennetz Hamburgs im Prinzip Stagnation festzustellen.“  

Nach der Shell-Studie ergibt sich bezüglich der weiteren Verkehrsentwicklung zwar eine Zunahme des Motorisierungsgrades bis zum Jahr 2030 von 664 PKW je 1000 EW auf 785 KFZ je 1000 EW (Impuls-Szenario) bzw. auf 725 PKW je 1000 EW (Traditions-Szenario) allerdings wird die Fahrleistung nur geringfügig zunehmen. Von 509 Mrd. Km auf 563 Mrd. km (Impuls-Szenario) bzw. auf 518 Mrd. Km (Traditions-Szenario). Das sind 2-10 % bis zum Jahr 2030.

                                                                         
Diese Feststellungen sollen allerdings nicht den Eindruck erwecken, in Schenefeld gäbe es keine Verkehrsprobleme. Insbesondere darf der zuletzt rückläufige Trend offensichtlich nicht für die Zukunft fortgeschrieben werden. Drastische Veränderungen sind allerdings nicht zu erwarten.

 

Gemäß den unten aufgeführten Zahlen liegt der Motorisierungsgrad in Schenefeld bei 540 PKW je 1000 EW und damit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.


Fahrzeugbestand in Schenefeld  Stand: 30.12.2003

KFZ gesamt                 12.522
PKW                            9.727
Anhänger                        776
Busse                             198
Sonderfahrzeuge              145
LKW                               804
Krad                               652

 


Schenefeld verfügt über ein Straßennetz, das wie folgt hierarchisch gegliedert ist:

 

  • Vorbehaltsstraßen mit zulässigen Höchstgeschwindigkeiten von 50 km/h und mehr (LSE – freie Strecke)

  • zwei sich kreuzende Landesstraßen mit Verbindungsfunktion in die Nach  bargemeinden Hamburg (nach Süden und Osten) Halstenbek (nach Norden)  und Pinneberg (nach Westen).

  • Hauptverkehrsstraßen (östl. Abschnitt der Hauptstraße, Lornsenstraße, Kiebitzweg,

  • Hauptsammelstraßen (Bäckerstraße, Mühlendamm, Lindenallee, Friedrich-  Ebert-Allee, Osterbrooksweg, Swattenweg); Tempo – 30 – Zonen (alle Sammelstraßen und alle Anliegerstraßen mit  Ausnahme der verkehrsberuhigten Bereiche) Verkehrsberuhigte Bereiche (Anliegerstraßen in Neubaugebieten seit den 90-er Jahren).

 

Nennenswerte Probleme treten fast ausschließlich an den Vorbehaltsstraßen auf. Damit ist nur ein relativ geringer Teil des Straßennetzes von besonderer Bedeutung. Auf diesen Straßenabschnitten wird allerdings der größte Teil der Verkehrsmenge bewältigt.

 

Die Bewältigung des Pendler- und Berufsverkehrs, die Gewährleistung eines reibungslosen Wirtschaftsverkehrs und die Bewältigung des Durchgangsverkehrs sind nach den bisherigen Auseinandersetzungen mit diesem Thema die vordringlichen Aufgaben.


Ein zweiter Themenschwerpunkt ist die Verbesserung der Bedingungen für Radfahrer und Fußgänger im Stadtgebiet, um einen größeren Teil des Innerörtlichen Verkehrs auf diese „Verkehrsmittel“ zu verlagern. Der Anteil der Fahrten mit dem Fahrrad sollte mittelfristig auf mindestens 20% angehoben werden.

Bisher gibt es zwei Ansätze, die Bewältigung des Durchgangsverkehrs bzw. des Verkehrs auf Hauptverkehrsstraßen zu verbessern:

 

1. Umleitungskonzept (Karte 5.1)


2. LSE – Integrationskonzept (Karte 5.2)

 

Zu 1.

Auf dem Straßenzug Blankeneser Chaussee – Hauptstraße – Halstenbeker Chaussee (L 104) beträgt die Verkehrsmenge pro 24 h 9.000 bis 14.000 Kfz. Der prozentuale Anteil des Durchgangsverkehrs liegt bei ca. 60 %.
Ziel dieses Konzepts ist es, die Blankeneser Chaussee, die westl.Hauptstraße und die Halstenbeker Chaussee zu entlasten, indem der Durchgangsverkehr über den Osterbrooksweg und die LSE geleitet wird.
Die Hauptprobleme bestehen darin, die Verkehrsteilnehmer zu veranlassen, diese Strecke anzunehmen, obwohl sie einen Umweg von ca. 1.400 m darstellt. Umbaumaßnahmen im Osterbrooksweg sowie der Kreuzung Osterbrooksweg/ LSE/Industriestraße zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit bei gleichzeitigem Umbau der Blankeneser Chaussee und der Hauptstraße zur Verminderung der Attraktivität für den Durchgangsverkehr sind notwendig. 

  

Zu 2.

Bei diesem Konzept wird versucht, Strategien zu entwickeln, die LSE stärker als bisher in das übrige Straßennetz zu integrieren. Leistungsfähigkeitsreserven insbesondere in dem Abschnitt westlich des Stadtzentrums sollten genutzt werden, um innerörtliche Straßen zu entlasten. Gleichzeitig soll der „Autobahncharakter“ der LSE ersetzt werden durch Umgestaltung in eine leistungsfähige Hauptverkehrsstraße mit einer Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h.
Auch bei diesem Konzept ist es nötig, die Attraktivität einzelner Straßenabschnitte für den Durchgangsverkehr zu verringern – und damit zugleich die Aufenthalts-qualität für den nichtmotorisierten  Verkehr anzuheben.
Das Hauptproblem bei diesem Konzept ist, dass es angreifbar hinsichtlich der Leistungsfähigkeit der LSE wird, da planfreie Knoten durch plangleiche Knoten/Kreuzungen ersetzt würden.

 

 

Ziel:


Verbesserung der Bewältigung des Durchgangsverkehrs und des zielgerichteten Schwerlastverkehrs.
Steigerung der Attraktivität des Radfahrens und des Zufußgehens.
Der Anteil der Fahrten mit dem Fahrrad soll auf über 20 % erhöht werden. Dies soll durch ein Radverkehrskonzept erreicht werden, in dem insbesondere auf die Schulwegsicherung Wert gelegt wird.

 

 

ÖPNV

 


In Schenefeld verkehren 7 Buslinien und eine Nachtbuslinie im Bedienungsgebiet des HVV. Fünf Linien halten am Schenefelder Platz, dessen Randlage leider eine geringe Vernetzung mit dem städtischen Umfeld bewirkt.
 
Das  Schenefelder Stadtzentrum wird von 3 Buslinien bedient.
 
Ein weiterer Umsteigepunkt liegt im Ortsteil Schenefeld Dorf (Dorfplatz). Dieser wird von 4 Linien angefahren.

Es gibt zwei Buslinien-Verbindungen zu Haltepunkten des Schienenverkehrs – zu den S-Bahnhöfen Elbgaustraße und Iserbrook.
Weitere S-Bahnhöfe und U-Bahnstationen in Hamburg sind nur nach längerer Fahrzeit zu erreichen. Je nach Größe der Radien um die Haltestellen ergeben sich unterschiedliche Versorgungsgrade. Bei 700 m (Standard des HVV) ist ein Versorgungsgrad von nahezu 100% gegeben.
Bei einem Radius von 400 m ergeben sich Defizite insbesondere in der Siedlung nördlich der Bogenstraße sowie beidseits des östlichen Moorwegs.

 

Ziele:


Sollte das Straßenbahnkonzept der FHH wieder aufgegriffen werden, wonach auch eine Linie bis Osdorfer Born– über Schenefelder Platz – vorgesehen war, besteht erhebliches Interesse der Stadt Schenefeld an dessen Verwirklichung. Noch besser wäre die Fortsetzung bis Schenefeld Zentrum.
Die Metrobuslinie 2 soll über die Dockenhuder Chaussee zum S-Bahnhof Halstenbek verlängert werden, um eine bessere Anbindung des Dorfs an das S-Bahnnetz zu erreichen.

 

 

Umweltentwicklung

 

Eine Sachstandsbeschreibung der Umweltsituation würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Im übrigen ist jede tiefgreifende stadtentwicklungsplanerische Entscheidung auf ihre Auswirkungen auf die Umwelt zu untersuchen. Im Ergebnis ist eine positive Umweltbilanz in jedem Einzelfall anzustreben.

 

Ziel:


Jede tiefgreifende Stadtentwicklungsplanerische Entscheidung ist auf die Auswirkungen auf die Umwelt zu untersuchen.

 

 

 

Grünflächenentwicklungskonzept

 

Ökologisch reichhaltige Bereiche befinden sich mit wenigen Ausnahmen in den Niederungsbereichen, die auch sehr stark durch das Auftreten von Wasser bestimmt sind. Das Gebiet der Stadt Schenefeld liegt 10 bis 27 m über NN. Die Siedlungsgebiete entstanden zunächst in Höhenlagen von über 20 m über NN; erst die Stadterweiterungsgebiete der Nachkriegszeit nahmen auch niedrigerliegende Flächen in Anspruch. Die ökologisch wertvollen Bereiche liegen somit in den übriggebliebenen Bereichen, also unter 15 m über NN.

 

Es handelt sich dabei um große zusammenhängende Flächen im Westen  des Stadtgebiets, wo zugleich ein Zusammenhang mit angrenzenden ähnlich wertvollen Freiflächen von Hamburg und Pinneberg gegeben ist.
Die wichtigste innerörtliche Grünverbindung ist die Düpenau-Niederung  mit integriertem Wanderweg. Diese bandartige Grünachse stellt zugleich ein Bindeglied zwischen Stadtgebiet und Außenbereich dar.


Ergänzend gibt es siedlungsnahe Freiräume, die zusammen mit privaten Grünflächen und grünen Straßenräumen einen lokalen Biotopverbund darstellen.

Für die weitere Stadtentwicklung hat dieser lokale Biotopverbund einen besonderen Stellenwert und ist unbedingt bei allen Entscheidungen zu  berücksichtigen.

 (Karte 6)

 

Öffentliche Parkanlagen

 

Schenefeld verfügt über zusammenhängende parkähnliche Grünflächen, die im Süden des Stadtgebiets an der Düpenau beginnen, und zunächst als schmales Band der Düpenau folgen. Im Bereich des Stadtzentrums weitet sich dieser Bereich auf, um einen großen Spielplatz sowie ein naturnah angelegtes Regenrückhaltebecken aufzunehmen. Erweiterungspotenzial besteht im Bereich südöstlich des Kiebitzweges, wo eine private, ökologisch reichhaltige Fläche an die öffentliche Fläche angrenzt.
Nördlich des Kiebitzweges setzt sich die Parkanlage der Düpenau folgend fort. Spiel- und Sportanlagen gliedern sich hier der Parkanlage an.
Der renaturierte Düpenaulauf südlich der Lindenallee stellt ein weiteres Glied in der Kette von Freiräumen dar. Eine gute Verbindung mit Unterführung des Mühlendamms sorgt für eine fast nahtlose Fortsetzung zum Naherholungsbereich Rückhaltebecken Friedrichshulde mit Waldflächen und Parkcharakter. Hier ergibt sich auch der Übergang zur freien Landschaft mit Feldern und den typischen Knickstrukturen.

Im Bereich des Neubaugebiets Achter de Weiden wurde eine weitere öffentliche Grünverbindung entlang eines Grabens und gestalteter Rückhaltebecken hergestellt. Endpunkt dieser Grünverbindung sollte eine Parkanlage westlich des Stadtzentrums sein.

(Karte 7)

 

Ziel:


Für die weitere Stadtentwicklung hat der lokale Biotopverbund einen besonderen Stellenwert und ist unbedingt bei allen Entscheidungen zu berücksichtigen.
Schenefeld soll in zentraler Lage einen Stadtpark erhalten.

 

 

 

 

Infrastruktur

 

Schulen

Schenefeld verfügt über

2 Grundschulen
1 Hauptschule
1 Realschule
1 Gymnasium sowie
1 integrierte Schule in freier Trägerschaft (Schülerschule)

 

damit ist der örtliche Bedarf gut abgedeckt.
Überlegungen zur Einrichtung von Ganztagsschulen haben bereits stattgefunden, konkrete Konzepte liegen jedoch noch nicht vor.


Trotz sinkender Schülerzahl kann davon ausgegangen werden, dass alle Schulstandorte (mit Ausnahme der Schule in freier Trägerschaft) langfristig erhalten werden können. Während zur Zeit 180 grundschulpflichtige Kinder pro Jahrgang in Schenefeld leben werden es in 5 Jahren noch knapp 150 sein. In den höheren Klassenstufen wird sich die Abnahme der Schülerzahlen erst später bemerkbar machen.
Die Jahrgangsstärke der 10 bis 18-Jährigen beträgt zur Zeit 193 und wird in 10 Jahren auf 165 sinken.

 

Ziele:

 

Die vorhandenen Schulstandorte sind zu erhalten.

 

 


Kindergärten / Kindertagesstätten

 

 

In Schenefeld gibt es folgende Einrichtungen:

 

1 Kindergarten der Paulskirchengemeinde
1 Kindergarten der Stephanskirchengemeinde
3 Kindergärten / Kindertagesstätten der Lebenshilfe
1 Kindertagesstätte der AWO
1 Kindertagestätte Rasselbande e. V.
1 Kindergarten Josua - Gemeinde
1 Kinder- u. Jugendheim Friedrichshulde
1 Kindergarten der Anskar Kirchengemeinde


Der Rückgang der Geburtenzahlen auch in Schenefeld wird zuerst die Kindergärten betreffen bevor sich Auswirkungen in den Schulen – insbesondere den weiterführenden Schulen – ergeben werden.

 

 

Ziele:

 

Die vorhandenen Kindergärten werden sich auf geringere Kinderzahlen einstellen müssen.
Die Ganztagsbetreuung sowie die Krippenplätze sind dem Bedarf anzupassen. Bei sinkenden Kinderzahlen sind alternative Nutzungskonzepte der Einrichtungen zu entwickeln.

 


Städtische Sportstätten

 

Neben den Sportstätten im Bereich des Schul-, Sport- u. Freizeitzentrums Achter de Weiden gibt es in den Ortsteilen Schenefeld Siedlung und Schenefeld Dorf weitere Anlagen, die darüber hinaus durch Sportanlagen im Bereich der Schulen ergänzt werden.

 

Schul-, Sport- u. Freizeitzentrum Achter de Weiden

Sportstadion mit einem Rasenplatz u. Leichtathletikanlagen
2 Kleinspielfelder
2 Dreifeldsporthallen mit 3 Gymnastikräumen u. Schießsportanlagen
1 Turnhalle und Gymnastikraum bei der Realschule Achter de Weiden

Standort Blankeneser Chaussee

2 Grantplätze mit Leichtathletikanlagen

Standort Gorch-Fock-Straße

1 Rasenplatz

Schule Altgemeinde

1 Turnhalle

Gorch-Fock-Schule

1 Turnhalle
1 Gymnastikraum
1 Lehrschwimmbecken

Vereinssportstätten

Tennisplätze:

RCS Sportwelt Schenefeld:
12 Tennisplätze
  6 Squash-Courts
  7 Badminton-Plätze

Schenefelder Tennis-Club e. V.
10 Außenplätze
  3 Hallenplätze

Reitsport:

Elbdörfer- u. Schenefelder Reiterverein e. V.
Reithalle und Turnierplätze

Reit- u. Turniergemeinschaft Friedrichshulde
Reithalle u. Außenplätze für Dressur u. Springen

 

Die Sportanlagen werden intensiv genutzt und es gibt offensichtlich weiteren Bedarf. Der Sportverein Blau-Weiß ist bereits an die Stadt herangetreten, mit der Bitte für den Fußballsport weitere Angebote bereitzustellen. Erste Standortüberlegungen wurden dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt bereits vorgestellt.

 

Ziele:

 

Die vorhandenen Sportanlagen stellen ein gutes Angebot dar und sind zu erhalten.

 

 

Kulturelle Einrichtungen

 

Forum Schenefeld
Veranstaltungssaal der teilweise fertiggestellt ist u. Anfang 2006 vollständig zur Verfügung stehen soll mit bis zu 540 Sitzplätzen u. Bühne mit kompletter Bühnentechnik.

 

Bürger- u. Kultursaal
mit 300 Plätzen im Schul-, Sport- u. Freizeitzentrum
Dieser Saal soll als Aula für die Realschule und für Theateraufführungen/ - proben erhalten bleiben.

 

Stadtbücherei

Mit einem Zielbestand von 30.000 Bänden

 

Volkshochschule

 

Stadtarchiv

 

Im Rahmen der Vorplanungen zur Entwicklung des Bereiches Stadtkern Süd gab es Überlegungen, die Stadtbücherei, die Volkshochschule u. das Stadtarchiv räumlich / baulich zusammenzufassen u. mit deutlich mehr Flächen auszustatten. Mit dem Beschluss des Ausschusse für Stadtentwicklung und Umwelt Ende 2003 die Planung für den Bereich Stadtkern Süd zunächst nicht weiter fortzuführen, ruht auch die weitere Planung für diese drei kulturellen Einrichtungen. Der Bedarf ist weiterhin gegeben.

 

Ziele:

 

Das Flächenangebot für die Stadtbücherei ist zu erhöhen.
Für das Stadtarchiv sind geeignete Räume bereitzustellen.
Die Kooperation der VHS mit den umliegenden Volkshochschulen soll gepflegt werden. Ausweitung des Angebots speziell im Seniorenbereich. Bereitstellung entsprechender Räumlichkeiten für die VHS.

 


Einrichtungen der Altenbetreuung, Jugend- u. Wohlfahrtspflege


1 Altentagesstätte, zugleich Begegnungsstätte für Jung und Alt
1 Sozialberatung der Stadt
1 Jugend- u. Kommunikationszentrum
2 Seniorenheime (privater Betreiber)
1 Schuldnerberatung (AWO)
1 Stadtteilbüro
1 Jugendtreff (Anskar Kirchengemeinde).

 

Aufgrund des demographischen Wandels wird sich zukünftig Handlungsbedarf ergeben für ergänzende Einrichtungen für alte Menschen. Konkrete Maßnahmen wären diesbezüglich noch zu entwickeln. Nach ersten Überlegungen könnten sich im Bereich des Stadtzentrums geeignete Standorte ergeben.

 

 

Ziele:

 

Die Angebote für Jugendliche sind zu erhalten.
Aufgrund des demographischen Wandels sind die Angebote für alte Menschen zu verbessern. Neue Wohnkonzepte für alte Menschen (z.B. Senioren-Wohngemeinschaften) sollen gefördert werden.

 


Bauhof

 

Für den Bauhof liegt ein Konzept aus dem Jahre 2000 bzw. 2001 vor, das 2004 fortgeschrieben wurde.
Organisation, Aufgaben, Angaben zu den Mitarbeitern, Grundstück u. Gebäude, Fahrzeuge sowie Baumaschinen u. Geräte können diesem Konzept entnommen werden. Ein weiterer Punkt befasst sich mit dem Thema Bauhofverlagerung. Unter diesem Punkt werden Überlegungen zur Verlagerung des Bauhofstandortes in das Gewerbegebiet Achtern Teenbargen beschrieben. Anlass dafür ist die Lage des bisherigen Standortes innerhalb eines Wohngebietes auf einem sehr großen Grundstück das sich auch für andere bauliche Zwecke – z. B. die Entwicklung eines Wohngebietes – eignen würde. Aufgrund des teilweise schlechten Bauzustandes von Gebäuden u. weiterer notwendiger Investitionen kann die Verlagerung auf ein weniger hochwertiges Baugrundstück im Gewerbegebiet auch betriebswirtschaftlich interessant sein.
In die anzustellenden Überlegungen ist auch einzubinden, ob eine stärkere Kooperation mit der Gemeinde Halstenbek möglich ist.

 

Ziel:


Die Aufgaben des Bauhofs sind zu optimieren.

 

 

 

Freiwillige Feuerwehr

 

Die Freiwillige Feuerwehr hat ihren Standort im Kiebitzweg in zentraler Lage und ist insgesamt gut ausgestattet. Da die Feuerwehr der Gemeinde Halstenbek einen vergleichbaren Standard hat, ist anzustreben, dass beide Wehren stärker kooperieren und dadurch eine noch stärkere Schlagkraft für die Sicherheit beider Kommunen entwickeln. Auf die Verpflichtung zur nachbarlichen Löschhilfe wird hingewiesen.

 

Ziel:

 

Erhaltung des guten Standards.

 


Müllabfuhr

 

Die Müllabfuhr erfolgt durch den Kreis Pinneberg. Die Mülltrennung ist bereits sehr weit fortgeschritten, seitens des Kreises gibt es weitergehende Überlegungen, indem zukünftig auch für Papiermüll eine besondere Tonne angeboten werden soll.
Gartenabfälle können auf einem dafür hergerichteten Gelände am Mühlendamm abgegeben werden.

 

Ziel:


Erhaltung des Angebots für die Gartenabfallannahme – jedoch an einem neuen Standort in Kombination mit dem neuen Bauhof im Gewerbegebiet.

 

 

Wasserversorgung

 

Die Wasserversorgung erfolgt durch die Hamburger Wasserwerke und ist langfristig gesichert.

 

Energieversorgung

 

Sowohl die Stromversorgung wie auch die Gasversorgung erfolgt durch die E.ON Hanse AG.

 

Wärmeversorgung

 

Die Wärmeversorgungsgesellschaft Schenefeld hat für zentral liegende Wohngebiete (dichtere Bebauung) ein Netz aufgebaut, das auch das Schul-, Sport- u. Freizeitzentrum mit Wärme versorgt. Zukünftig soll das Wärmeversorgungsnetz weiter ausgebaut werden. Inwieweit durch Kraft-Wärme-Kopplung zukünftig auch Strom produziert werden soll ist noch offen.

 

Ziel:

 

Auch zukünftig sollen Möglichkeiten zur Ausdehnung des Wärmenetzes geprüft und wahrgenommen werden.

 


Wochenmarkt

 

Wöchentlich findet Donnerstags ein Wochenmarkt auf dem Rathausvorplatz statt, der sich zu einem belebenden Element in diesem Teil des Stadtgebietes entwickelt hat. Ergänzend findet dienstags nachmittags ein Öko-Markt vor dem Südeingang des Stadtzentrums statt.
In der Vergangenheit hat es verschiedene Überlegungen zur Standortverlagerung des Wochenmarktes gegeben – z. B. an der Westseite des Stadtzentrums. Die Überlegungen zur Entwicklung eines zweiten Stadtkernbereiches (Stadtkern Süd) führten dazu, den bisherigen Standort eher nicht zu verändern. Aufgrund des Beschlusses, die Planungen zum Bereich Stadtkern Süd zunächst nicht fortzuführen, stünde auch der Standort des Wochenmarktes wieder zur Disposition.

Ziel:

 

Der Standort des Wochenmarktes wird nur verändert, wenn es zu einer Zusammenführung aller Kerngebietsnutzungen im Bereich Stadtkern Nord kommt.

 

 

Abwasserbeseitigung

 

Die Abwasserbeseitigung erfolgt durch den Abwasserzweckverband des Kreises Pinneberg. Die Kanalisation soll im Jahr 2005 detailliert erfasst und beurteilt werden. Ein Kanalkataster wird erstellt. Die Betreuung und Unterhaltung des kommunalen Kanalnetzes durch einen Dritten ist als Option zu sehen.

 

 

Ziel:

 

Erhaltung und systematische Unterhaltung/Sanierung des Leitungsnetzes. Die Betreuung und Unterhaltung des kommunalen Abwassernetzes kann später auch durch einen Dritten vorgenommen werden, sofern es für die Bürger kostengünstiger ist.


Post

 

Die Deutsche Post AG unterhält ein Postamt am Heisterweg unmittelbar beim Rathaus sowie eine Postagentur beim Reiseservice Schenefeld GmbH in der Friedrich-Ebert-Allee.

 

Ziel:

 

Das bestehende Angebot soll nicht weiter ausgedünnt werden.

 


Polizei

 

Eine Polizeistation befindet sich am Kiebitzweg unmittelbar neben der Feuerwache. Bei gegebenen Anlässen wird auf eine höhere Polizeipräsenz in Schenefeld als Wunsch hingewiesen.

 

Ziel:

 

Die Polizeistation ist zu erhalten und personell bedarfsgerecht auszustatten.

 


Rathaus/Stadtverwaltung

 

Die Schenefelder Stadtverwaltung ist im inzwischen zu klein gewordenen Rathaus am Holstenplatz untergebracht. Das Bürgerbüro musste wegen Platzmangel bereits in einem separaten Gebäude untergebracht werden. Weiterer Flächenbedarf besteht für die Bücherei, die Volkshochschule, die Begegnungsstätte, das Stadtarchiv und die Sozialberatung. Durch die Funktionalreform ist anzustreben, dass von Kreis Pinneberg in stärkerem Umfang Aufgaben auf die Kommunen übertragen werden und die Anzahl der Kreise durch eine Gebietsreform drastisch reduziert wird. Um wesentliche Aufgaben übernehmen und eine leistungsfähige Verwaltung für die Bevölkerung vorhalten zu können, ist eine Kooperation mit der Gemeinde Halstenbek anzustreben, die eine Zentralverwaltung (Backoffice) sowie in beiden Kommunen Bürgerbüros (Frontoffice) vorsieht.

 

Ziele:

 

Das Rathaus ist bedarfsgerecht zu gestalten.
Parallel zu den Möglichkeiten im Bereich Stadtkern Süd sollen ergänzend Varianten im Bereich Stadtkern Nord optional weiterentwickelt werden.

 

 

Friedhof

 

In der Stadt Schenefeld gibt es keine Bestattungsmöglichkeiten. Die Friedhöfe in den Nachbargemeinden stehen für Bestattungen zur Verfügung.
Seit vielen Jahren gibt es Bemühungen, in Schenefeld einen eigenen Friedhof zu etablieren. Leider sind die geologischen Verhältnisse teilweise ungünstig, so dass nur wenige Flächen dafür in Frage kommen. Im Flächennutzungsplan sowie im Bebauungsplan Nr. 37 „Blankeneser Chaussee“ sind entsprechende Flächen dargestellt, bzw. teilweise ausgewiesen. „Freihändige“ Grunderwerbsverhandlungen waren bisher nicht erfolgreich.

 

Ziel:

 

Schenefeld soll einen Friedhof erhalten.
Die Bemühungen diesbezüglich sind fortzusetzen.

 

 

Röntgenlaser XFEL

 

Im Februar 2003 gab das Bundesministerium für Bildung und Forschung grünes Licht für das Röntgenlaserprojekt.
Zusammen mit europäischen Partnern soll es so weiterentwickelt werden, dass das Planfeststellungsverfahren im Frühjahr 2005 durchgeführt werden kann. Die Bauzeit beginnt 2006 und endet 2012. Der Röntgenlaser ermöglicht Spitzenforschung in Europa und sichert dem Forschungs- und Industriestandort Deutschland eine führende Rolle.

Das von DESY vorgeschlagene europäische Röntgenlaserlabor wird in Europa einmalige Möglichkeiten für die naturwissenschaftliche Grundlagenforschung schaffen. Es werden sich ganz neue, faszinierende Untersuchungsmöglichkeiten für eine Vielzahl von Fragen aus den Naturwissenschaften ergeben - von der Physik, über die Chemie, die Material- und Geowissenschaften bis hin zu den Lebenswissenschaften. Die Anlage erzeugt laserartige Röntgenstrahlung mit Wellenlängen im Nanometerbereich, Lichtpulsen von weniger als 100 Femtosekunden (das ist ein Zehntel einer Billionstel Sekunde) und mit bisher unerreichbar hohen Werten der Leuchtstärke. Dadurch wird es im kommenden Jahrzehnt erstmals möglich, Momentaufnahmen auf der atomaren Zeitskala von atomaren Details und Abläufen in Materialien und Biomolekülen herzustellen.


Was bedeutet das für Schenefeld?

 

Eine 3,3 km lange Tunnelanlage, die ihren Ausgangspunkt in Hamburg Bahrenfeld auf dem Gelände des DESY Forschungszentrums hat, wird im Süden der Stadt Schenefeld ihren Endpunkt haben. Das Herzstück auf diesem neuen Forschungsgelände wird eine große Experimentierhalle sein, die größtenteils unterirdisch angelegt ist. Ergänzende Gebäude und bauliche Anlagen werden auf einem insgesamt ca. 18 ha großen Areal entstehen.

Aufgrund dieses Forschungsprojekts werden Impulse für die örtliche Wirtschaft erwartet. Insbesondere Hochtechnologie-Betriebe könnten im Auftrag des Forschungszentrums tätig werden, und an einem neuen Standort in Schenefeld interessiert sein. Dafür sollte mittelfristig ein entsprechendes Flächenangebot bereitgestellt werden.

 

Ziel:


Die Stadt Schenefeld unterstützt das Röntgenlaserprojekt und sieht darin eine Chance, der weiteren Stadtentwicklung neue Impulse zu geben.
Die Planung/Entwicklung eines Technologieparks ist bei der Überarbeitung des Flächennutzungsplans zu berücksichtigen.

 


Landwirtschaft

 

Die landwirtschaftliche Nutzung in Schenefeld umfasst die Grünland-, Acker- und Baumschulnutzung. Die Grünlandflächen machen dabei den größten Anteil aus. Diese sind häufig noch durch Knickstrukturen und Feldgehölze gegliedert und prägen weiterhin das geesttypische Landschaftsbild.

Der größte Teil der Acker- und Grünlandflächen ist im Besitz von ortsansässigen Landwirten. Die Anzahl der Haupterwerbsbetriebe ist seit ca. 25 Jahren mit 10 Betrieben relativ konstant geblieben, während zuvor in der 1960-er und 1970-er Jahren eine starke Abnahme zu verzeichnen war.

Die Pferdehaltung / Pferdebeweidung nimmt einen hohen Stellenwert ein, was darauf zurückzuführen ist, dass die betreffenden Flächen sehr stadtnah liegen.

Insgesamt ist festzustellen, dass die Böden für die Landwirtschaft eine eher geringe Qualität aufweisen:

 
  8 % haben eine Wertezahl 21-25
37 % haben eine Wertezahl 26-30
30 % haben eine Wertezahl 31-40.

 

Damit sind ca. 75 % der Schenefelder Böden als geringwertig eingestuft.
Die Böden haben nur eine geringe Speicherkapazität für Wasser und Nährstoffe, weshalb zur Ertragssteigerung Nährstoffzufuhr erforderlich ist. Da es sich überwiegend um empfindliche und grundwassernahe Böden handelt, kann es bei starkem Einsatz von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln zu Beeinträchtigungen des Grundwassers kommen.

 

Ziele:

 

Erhaltung der landwirtschaftlich genutzten Flächen zum Schutz des geesttypischen Landschaftsbildes.
Schutz des Boden- und Wasserhaushaltes.

Landschaftliche Einbindung der Betriebe im Außenbereich.

VERANSTALTUNGEN