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Geschichte der Stadt Schenefeld

Schenefeld, Kreis Pinneberg, in direkter Nachbarschaft zur Weltstadt Hamburg gelegen, ist eine junge Stadt: Das Stadtrecht wurde ihr erst am 1. Juli 1972 verliehen.

 

Das heutige Stadtgebiet liegt jedoch in einem uralten Siedlungsraum. Der Heimatforscher Martin Mulsow berichtet in seiner Schenefelder Chronik von vorgeschichtlichen Funden, die eine Besiedlung schon in der Steinzeit nachweisen.

 

Freilich sind Dokumente, die das Bestehen einer Ortschaft Schenefeld belegen, erst aus viel jüngerer Vergangenheit vorhanden. Die erste urkundliche Erwähnung Schenefelds datiert aus dem Jahr 1256. Aus ihr geht hervor, dass der Dekan der Hamburger Kirche, Bartoldus, von seinen Besitzungen, die er u. a. in Schenefeld hatte, einen Teil dem Priester der Krypta, eines von ihm gestifteten Vikariats, zur Nutzung überweist. Über die Größe Schenefelds, die Zahl der Höfe und die Anzahl der Bewohner ist in der Urkunde allerdings nichts gesagt.

 

Rund 200 Jahre später finden wir im Pinneberg-Hatzburger Einnahme- und Ausgaberegister von 1464/65 die erste namentliche Erwähnung eines Schenefelder Bürgers: Heyne Hardenbach.

 

Der schon damals immer umfangreicher werdenden Bürokratie (die sich - wie sollte es anders sein - in erster Linie um des Bürgers Vermögensstand zum Zweck der Steuererhebung kümmerte), verdanken wir für die Zeit ab 1590 einen kontinuierlichen Überblick über die Entwicklung Schenefelds. So wird für das Jahr 1590 die Zahl der Bauernhöfe mit 17 angegeben. Über die genaue Einwohnerzahl allerdings ist bis zur Volkszählung 1803 deswegen nichts auszusagen, weil sich die jeweilige Landesherrschaft vor allem an den steuerpflichtigen Hofbesitzern interessiert zeigte. Familienangehörige und sonstige mittellose Dorfbewohner blieben unberücksichtigt. Für das Jahr 1803 ergab die Volkszählung eine Einwohnerzahl von 391. Bis zum Jahr 1900 wuchs sie auf 909 an.

 

Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg brachte für Schenefeld eine Entwicklung, die auch noch heute weitgehend das Gesicht der Stadt bestimmt. War das Hauptsiedlungsgebiet Schenefelds bis dahin der Dorfbereich an der Straße von Hamburg über Halstenbek, Rellingen nach Pinneberg, also etwa im Bereich der heutigen Hauptstraße, so begann man nach 1918 mit dem Aufbau der Siedlung Schenefeld. Keimzelle der Siedlung waren ehemalige Pulverschuppen des Militärfiskus, die nach dem Kriege zu Siedlungshäusern umgebaut wurden. Die 1922 bezogenen Häuser stehen noch heute an der Friedrich-Ebert-Allee. Seither wurde die Entwicklung Schenefelds wesentlich durch den stetigen Ausbau der Siedlung mitbestimmt.

 

Die vierspurig angelegte Landesstraße Schenefeld – Elmshorn (LSE) trennt beide Besiedlungszentren augenfällig voneinander: Nordöstlich der Straße erstreckt sich der Bereich Siedlung Schenefeld, während das ursprüngliche Dorfzentrum, heute Altgemeinde genannt, südwestlich von ihr liegt.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Bevölkerung rasch zu, vor allem bedingt durch die Ansiedlung ausgebombter Hamburger und Heimatvertriebener aus den ehemaligen Ostgebieten. Dieser Bevölkerungszuwachs bewirkte natürlich auch eine Veränderung des Charakters der Gemeinde. Das ehemalige Bauerndorf Schenefeld wandelte sich mehr und mehr zu einem bevorzugten Wohngebiet im Grünen.

 

Die rasante Entwicklung der Einwohnerzahl von 1960 bis 1970 dokumentiert die zunehmende Beliebtheit Schenefelds als Wohnsitz in ruhiger Randlage zur Freien und Hansestadt Hamburg.

 

Schenefeld hat es aber auch verstanden, seine ehemals rein landwirtschaftlich strukturierte Basis durch die Ansiedlung vieler namhafter Industriebetriebe grundlegend umzugestalten. Dabei ist es weitgehend gelungen, eine Abhängigkeit von konjunkturellen Schwankungen, etwa durch eine zu einseitige Ausrichtung auf einen Gewerbezweig, zu vermeiden. Die Fächerung der angesiedelten Betriebe ist breit und reicht von der Elektronikindustrie über Maschinenbau, Nahrungsmittelherstellung und -vertrieb bis hin zur pharmazeutischen und optischen Geräteherstellung.

 

Abgesehen von der mit der Gewerbeansiedlung einhergehenden Verbesserung der finanziellen Grundlage der Stadt und der damit verbundenen größeren Leistungsfähigkeit in der Erfüllung ihrer Aufgaben für die Bürgerinnen und Bürger, wurde der Vorteil von wohnungsnahen Arbeitsplätzen erreicht. Für viele ist deshalb Schenefeld nicht nur Wohn-, sondern auch Arbeitsstätte.

 

Die stetig steigende Einwohnerzahl brachte für Schenefeld die Verpflichtung mit sich, die Wohn- und Freizeitqualität stets zu verbessern. Heute verfügt die Stadt über alle Schularten im allgemeinbildenden Bereich. Ab dem Schuljahr 2010/2011 sind die Haupt- und Realschule zu einer Gemeinschaftsschule zusammengeführt worden. Das Gymnasium bleibt eigenständig erhalten. Die Volkshochschule nimmt sich der Erwachsenenbildung an. Zahlreiche Sport- und andere Interessenvereine bieten eine breite Auswahl an Freizeitbetätigungsmöglichkeiten. Auch profitiert die Stadt in ihrem Wohn- und Freizeitwert von ihrer Nachbarschaft zur Millionenstadt Hamburg, zu der über den Hamburger Verkehrsverbund günstige Verkehrsanbindungen bestehen.

 

Das 1991 eröffnete Stadtzentrum lädt als Ortsmittelpunkt mit seinem vielfältigen Angebot zum Kommunizieren, Bummeln und Einkaufen ein. Es stellt neben den bereits bestehenden wohnungsnahen Einkaufsmöglichkeiten an den Knotenpunkten in der Siedlung und der Altgemeinde (Schenefelder Platz, Lornsenstraße, Friedrich-Ebert-Allee, Gorch-Fock-Straße, Altonaer Chaussee und Hauptstraße/ Blankeneser Chaussee) eine sinnvolle Ergänzung des Angebots zur Deckung des täglichen Bedarfs dar.

 

Weitere Großprojekte wie das FORUM, der Neubau einer Sporthalle Achter de Weiden sowie die Erschließung des Gewerbeparks Achtern Teenbargen haben die jüngere Vergangenheit der Stadt Schenefeld fördernd geprägt.

 

Zurzeit entsteht in Schenefeld eine Forschungsanlage der Superlative. Das europäische Röntgenlaserprojekt „European XFEL“ wird mit seinen weltweit einzigartigen Eigenschaften völlig neue Forschungsmöglichkeiten für Naturwissenschaftler und industrielle Anwender eröffnen. In der 3,4 km langen, größtenteils unterirdisch verlaufenden Anlage werden ultrakurze Laserlichtblitze im Röntgenbereich erzeugt, deren Leuchtstärke milliardenfach höher ist, als die der besten Röntgenstrahlungsquellen herkömmlicher Art. Die rund eine Milliarde Euro teure Anlage verläuft von dem Gelände des Deutschen Elektronen-Synchroton (DESY) in Hamburg Bahrenfeld bis nach Schenefeld. Hier entsteht bis zum Jahre 2014 ein 150.000 m² großer Forschungscampus, auf dem internationale Teams von Wissenschaftlern experimentieren werden.

 

Schenefeld ist eine junge, lebendige und zukunftsorientierte Stadt, in der den Belangen des Umweltschutzes in besonderem Maße Rechnung getragen wird. Hier ist es gleichermaßen möglich, die Vorteile einer ländlich geprägten Kleinstadt mit den Angeboten der Großstadt Hamburg auf angenehme Weise zu verknüpfen.

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